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1889 – Ein Blick zurück

Es gibt Ereignisse die unsere Lebensweise und Kultur prägen, auch wenn wir dies im Moment ihres Eintreffens nicht ahnen. Die Einführung von Elektrizität, Internet und Handy gehören ebenso dazu wie die Erfindung der Fast-Food Kette. Andere Ereignisse sind so spektakuläre, prägende und offensichtliche Wendepunkte, an denen sich ganz Länder verändern – wie der 11.9.2000 oder der Tsunami im Jahre 2004. Und während wir uns noch gut erinnern können wann die Mauer zwischen BRD und DDR fiel ist dies für unsere Kinder nur noch ein Abschnitt im Geschichtsbuch.


Dieser Artikel soll dem Spieler helfen, sich in die "Jetztzeit" des Jahres 1889 hineinzufühlen, einer Zeit die für ihre Charaktere so „aktuell und real“ ist, wie für uns das Jahr 2009. Er soll auch dem Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts einige Dinge aufzeigen, die für ihn selbstverständlich sind, aber 1889 noch neu waren. Manches hat es noch nicht gegeben aber bereits 1889 seine Suppen mit Maggi-Würze würzen, Aachener Kaiserbrunnen auf fünf Erdteilen (und einigen Ätherschiffen) trinken oder mit Thomas Cook verreisen, der Kölner Dom wurde erst vor 9 Jahren fertiggestellt – nachdem er über 600 Jahren unvollendet war.

 

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Die Landkarte des Jahres 1889 hat noch gewaltige weiße Flecken, und zahlreiche Forscher versuchten diese zu tilgen. Andererseits kann man seit 1845 bei Thomas Cook organisierte Reisen buchen, die auch zu fernen Zielen führen. Reisemedium sind hier vor allem Schiff und Eisenbahn oder der – extrem kostspielige – Ätherflieger zum Mars. Unter der Herrschaft der Briten, Franzosen, Holländer, Deutschen und anderer, werden ihre Kolonien nach europäischem Bild geformt. Einige Länder wie Japan, das am 11.2.1889 eine neue Verfassung nach europäischem Muster beschließt, verändern sich derzeit aus eigenem Anlass.


Das Britische Empire ist auf dem Höhepunkt seiner Macht und Ausdehnung, und ein Reich in dem nie die Sonne untergeht, da es sich um den halben Erdball erstreckt. Dazu kommen zahlreiche Kolonien auf dem Mars und selbst ein Außenposten auf dem Merkur. In diesem riesigen Reich erinnern sich nur wenige an eine Zeit vor Queen


Viktoria, die erst vor zwei Jahren, 1887 ihr 50-jähriges Thronjubiläum feierte. Sie gilt vielen als Landesmutter, als Beschützerin des Empire, und einer Zeit, der sie ihren Namen gibt – dem Viktorianischen Zeitalter. Der Brite versteht sich gerne als Zivilisationsbringer – was auch nicht immer falsch ist. Englische Gentleman und Ladies sind stolz darauf, was ihr Land erreicht hat, meist jedoch ohne die schmutzigen Details am Ende der Welt zu kennen. Wer nach Amerika übersetzt – das vielen als Land der unbegrenzten Möglichkeiten gilt – wird seit drei Jahren (28. Oktober 1886) von der Freiheitsstatue gegrüßt. Sie ist Symbol dieser Freiheit, die viele hier zu finden hoffen, auch wenn die großen Siedlerzüge und damit die Zeit des Wilden Westens fast vorbei ist. Dennoch gibt es (noch) einige Wild West Helden; die legendäre Schießerei am O.K.-Coral, an der unter anderem Wyatt Earp und Doc Holliday teilnahmen, ist erst 8 Jahre (26.10.1881) her. „Buffalo Bill“ schürt seinen Ruf einer West-Legend und schafft es mit seiner Buffalo Bill's Wild West Show auch bis nach Europa, wo er 1889 unter anderem in Karlsruhe gastiert. Bhutan-Cola, eine anfangs als Medizin vermarktete Limonade, hat angefangen eine typisch amerikanische Erfolgsgeschichte zu werden. Obwohl das namensgebende teure marsianische Gewürz vermutlich nur in winzigsten Dosierungen enthalten ist, so erobert es unter seinem typischen – marsianisch roten – Logo eine Stadt nach dem anderen.


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Die großen Städte Amerikas sind kulturell weit vom Wilden West entfernt, die High Society New Yorks steht nicht hinter der Europas zurück, die Astors, Vanderbilts und Goulds regieren die größte Stadt Amerikas mit ihrem Geld. Eine Stadt, über die die Hälfte des US-Außenhandels läuft, und deren zweitgrößte Börse (nach der in London) die zweitgrößte der der Welt ist. Noch sieht man jedoch einige Schäden des Blizzards aus dem letzten Jahr, der die Stadt stark getroffen, und mehr als 200 Menschen das Leben gekostet hat. Wissenschaft und Forschung sind im Aufschwung, und so verwundert es niemand, dass es der Amerikaner Edsion war, der vor 29 Jahren mit seinem Ätherflieger den Mars erreichte. Wöchentlich werden in den Laboratorien Edisons, Teslas und anderer weiter Erfindungen veröffentlicht, die das Leben leichter machen werden.


Nicht nur amerikanische Erfinder präsentieren ihre Werke in der Weltausstellung 1889, bei der es die größte technische Ausstellung seit Menschengedenken gibt. Hier sind Briten, Europäer und viele andere mehr vertreten. Neben einer neuen Ausführung des Trockmortonschen Personenschwebers gibt es das Modell eines Gefährts, das auch die eisige Seite des Merkur erforschen kann. Über allem thront jedoch der Eiffelturm, der für diese Ausstellung neu errichtet wurde, und den nicht wenige Pariser möglichst bald wieder abgerissen sehen wollen.

 


 
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